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Praktische Hinweise

Wie wär's mit einem Job in Finnland?

Stellenangebote u.a. im Gesundheitswesen, im Dienstleistungssektor

Von Salla Korpela, aktualisiert im März 2010

Fotos: Santtu Turunen/Plugi
In Finnland besteht insbesondere im Gesundheits-und Dienstleistungssektor ein deutlicher Bedarf, in den kommenden Jahren Personal aus dem Ausland einzustellen.

In Finnland wird man sich allmählich darüber klar, dass, wenn die Nachkriegsbabyboom-Generation in Rente geht, ein Arbeitskräftemangel herrschen wird, den die jüngere Generation aus eigenen Kräften nicht ausgleichen kann.

Wenn alle Arbeitsplätze, die im Gesundheitswesen in den nächsten Jahrzehnten geräumt werden, bloß mit Finnen besetzt werden sollten, müsste ein Viertel aller jungen Finnen eine Krankenpflegeausbildung absolvieren. Da das offensichtlich unrealistisch ist, liegt es auf der Hand, dass in den kommenden Jahren insbesondere im Gesundheits-und Dienstleistungssektor Personal im Ausland rekrutiert werden muss.

Die Idee, entweder eine kurzfristige oder eine dauerhafte Beschäftigung in Finnland anzunehmen oder sich gar ganz hier niederzulassen, ist nicht so abwegig, wie sie es noch vor zehn oder zwanzig Jahren erschien. Finnland lockt u.a. mit guten Arbeitsbedingungen und sicheren Beschäftigungsverhältnissen. Auch die faszinierende finnische Sprache stellt für Neuankömmlinge kein unüberwindliches Hindernis dar, sofern sie willens sind, sich an sie heranzuwagen. Sie bremst sie nur für kurze Zeit.

Mobilität der Arbeitnehmer auf dem Vormarsch

Foto: Pentti Sormunen/Plugi
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Ungeachtet der Auswirkungen der wirtschaftlichen Hochs und Tiefs auf dem Arbeitsmarkt werden Arbeitgeber in Finnland langfristig gesehen mehr qualifizierte Arbeitskräfte benötigen.

Mit der Erweiterung der Europäischen Union hat auch die Mobilität der Arbeitnehmer stark zugenommen. 2008 zogen mehr Menschen nach Finnland als je zuvor seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1917. Insgesamt waren es 29 100 Menschen, 3 000 mehr als im Vorjahr. Damit wurde 2008 die Auswanderungsquote um gut 15 000 Personen überschritten.

Finnland ist kulturell, ethnisch und sprachlich gesehen in gewissem Maße nach wie vor ein homogenes Land, und das Verhalten der Behörden wie auch der generellen Bevölkerung gegenüber ausländischen Neuankömmlingen ist meistenteils von Zurückhaltung geprägt.

Nun hat Finnland jedoch beschlossen, Immigranten herzlicher willkommen zu heißen. Im Politprogramm der seit dem Frühjahr 2007 amtierenden zweiten Regierung des unlängst zurückgetretenen Ministerpräsidenten Matti Vanhanen ist man bewusst von einer "Ausländer"-Politik zu einer Einwanderer-Politik übergegangen. Trotz der aktuellen Wirtschaftskrise und ihren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt werden finnische Arbeitgeber langfristig gesehen mehr qualifizierte Arbeitskräfte benötigen.

Medizinisches Fachpersonal gesucht

Foto: Plugi
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Finnische Arbeitgeber haben sich an Stellenbörsen in ganz Europa umgesehen. Die Gesundheitsfürsorge ist ein Sektor, wo die Nachfrage größer ist als das Angebot.

Mobilität wird derzeit gefördert, insbesondere innerhalb Europas. Bei der Arbeitssuche und dem Umzug ins Ausland hilft europäischen Bürgern EURES (die Abkürzung steht für European Employment Services), ein Kooperationsnetz, das in den öffentlichen Arbeitsämtern der EU-Mitgliedstaaten mehr als 800 Berater beschäftigt. In den Behörden für wirtschaftliche Entwicklung, Transport und Umwelt der größeren Städte Finnlands sind 31 von diesen Experten sowohl Unternehmen auf der Suche nach ausländischen Arbeitskräften als auch Finnen auf der Suche nach einem Arbeitsplatz im Ausland behilflich, die notwendigen Kontakte zu knüpfen und richtigen Kanäle zu finden.

In den letzten Jahren ist es in zahlreichen Ländern üblich geworden, Stellenbörsen zu veranstalten, wobei sich finnische Arbeitgeber vor allem in Polen, der Slowakei, der Tschechischen Republik und Ungarn umgeschaut haben. Gleichzeitig bemühen sich Krankenhäuser in ganz Finnland aktiv darum, in Schweden lebende Finnen zur Rückkehr zu bewegen.

"Auf Rekrutierungsmessen suchen potenzielle finnische Arbeitgeber vor allem von solchen jungen Leuten aufgesucht, die in Finnland beispielsweise im Rahmen des Erasmus-Austauschprogramms studiert haben. Sie verknüpfen angenehme Erinnerungen mit dem Land und sprechen häufig auch ein wenig Finnisch", sagt Tiina Oinonen Referentin des finnischen Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft, die seit einer Reihe von Jahren auch EURES betreut.

Finnisch gegenüber offen sein

Immigranten werden zwar auf vielfältige Art und Weise unterstützt, doch wer in Finnland arbeiten will, benötigt schon ein Quantum Unternehmungsgeist und Unvoreingenommenheit. Das wichtigste und zugleich größte Problem ist die Sprache. Nur in ganz wenigen Berufssparten ist es möglich, ganz ohne Finnisch auszukommen. Auch aus Gründen des Arbeitsschutzes heraus ist es unabdingbar, miteinander kommunizieren zu können.

Foto: Tarja Hoikkala/Vastavalo
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Im Gesundheitssektor wie in allen anderen Berufszweigen sind finnische Sprachkenntnisse ein Vorteil. Das kann intensives Lernen erfordern, aber die Erfahrung zeigt, dass es machbar ist.

Die Kommunen und auch viele Arbeitgeber bieten Immigranten und deren Familien entweder kostenlosen oder sonst kostengünstigen Sprachunterricht an. Wie schnell jemand eine fremde Sprache lernt, ist natürlich individuell verschieden, aber Tiina Oinonen ist überzeugt, dass man nach einem halben Jahr intensivster Bemühungen zumindest so viel gelernt hat, dass man sich an einem normalen Arbeitsplatz verständigen kann. Natürlich hängen die Sprachkenntnis-Forderungen stark von der Art der Arbeit ab.

Die Berufsausbildung nimmt in Finnland einen sehr hohen Stellenwert ein, und für viele Berufszweige und Stellen werden gesetzliche Qualifikationen gefordert. Wer seine Ausbildung oder sein Studium nicht in Finnland absolviert hat, sollte deshalb besser nachsehen, ob der Abschluss in Finnland offiziell anerkannt ist.

Immigranten haben per Gesetz Anspruch auf Integrationshilfe. Ihre Umsetzung ist in erster Linie Sache der Kommunen, Arbeitsämter und Zentren für wirtschaftliche Entwicklung.

Finnland hat viel zu bieten

Was also hat Finnland ausländischen Arbeitnehmern zu bieten? Weshalb lohnt es sich, nach Finnland zu kommen?

"Finnland bietet großartige Arbeitsbedingungen. Arbeitnehmer haben eine gesicherte Position. Kindern und Jugendlichen stehen gute Bildungsmöglichkeiten zur Verfügung. Die öffentlichen Dienste funktionieren reibungslos, und bei uns gibt es zahlreiche Erfolgsunternehmen von internationalem Ruf", konstatiert Tiina Oinonen.

Und dann sind da auch noch die wundervolle nordische Landschaft mit ihren vielfältigen Sport- und Freizeitmöglichkeiten, das rege Kulturleben, die große Auswahl an kostengünstigen Studienmöglichkeiten, die Reinlichkeit und der Komfort der Wohnungen sowie eine Gesellschaft, die in jeder Hinsicht funktioniert. Willkommen in Finnland!

Kurzinfos:

  • 2008 immigrierten 29 100 Menschen nach Finnland (15 450 mehr als emigrierten). 2007 betrugen die entsprechenden Zahlen 26 029 (8 986).
  • Mehr als 75 Prozent aller Einwanderer sind im arbeitsfähigen Alter sind, und viele bringen kleine Kinder mit sich.
  • 2008 betrug die Zahl der Ausländer in Finnland 143 197 (2,7 Prozent der Gesamtbevölkerung). Die vier größten Gruppen waren Russen (26 887), Esten (22 509), Schweden (8 493) und Somalier (4 919).
  • Die Netto-Zuwanderung erfolgte 2008 hauptsächlich aus Estland (2 598), Russland (698), China (642), Polen (442) und Indien (403).

Leben und arbeiten in Finnland in zehn Schritten


1.Erkundigen Sie sich nach dem Stellenangebot und den Einstellungsbedingungen. Besuchen Sie beispielsweise die Internetseiten der Behörden für wirtschaftliche Entwicklung, Transport und Umwelt und das EURES-Portal. Im Internet finden Sie auch private Arbeitsvermittler sowie die Homepages der finnischen Tageszeitungen mit deren Stellenanzeigen, beispielsweise unter der Adresse Oikotie und Uratie (meist in Finnisch).
2.Finden Sie auf den Seiten der Finnischen Immigrationsbehörde heraus, welche Genehmigungen Sie haben müssen, um in Finnland leben und arbeiten zu können.
3.Brauchen Sie für Ihr Abschlusszeugnis eine finnische Anerkennung? Fordern Sie das Formular dafür per E-Mail unter der Adresse recognition (at) oph.fi an. Wenn es sich um den Gesundheitsfürsorgesektor handelt, wenden Sie sich an die Staatliche Überwachungsbehörde für Wohlfahrt und Gesundheit: www.valvira.fi/en/.
4.Bei der Wohnungssuche und beim Eröffnen eines Bankkontos bitten Sie zuerst Ihren Arbeitgeber um Unterstützung, Dienstleister am Ort zu finden. Bei allem, was mit Integration und Sprachunterricht, Einschulung, Gesundheitsfürsorge und Sozialwesen zu tun hat, wenden Sie sich an die Kommunalbehörden an Ihrem neuen Wohnort. Jede finnische Kommune hat ihr eigenes Internetportal. Beginnen Sie die Suche mit der allgemeinen kommunalen Webseite. Für Sozialleistungen ist die Sozialversicherungsanstalt KELA zuständig.
5.Was sollten Sie, und was dürfen Sie nach Finnland mitbringen? Schauen Sie beim Zoll nach.
6.Wenn Sie für ein Jahr oder länger nach Finnland kommen, müssen Sie Ihre Daten im finnischen Bevölkerungsregister eintragen lassen.
7.Gilt Ihr Führerschein auch in Finnland? Einzelheiten erfahren Sie bei der Polizei oder bei der Finnischen Fahrzeugbehörde.
8.Muss ein Immigrant Steuern zahlen, und wie macht man das? Besuchen Sie die Seiten der Steuerbehörde.
9.Brauchen Sie eine berufliche Fortbildung oder Finnischkurse? Schauen Sie sich die entsprechenden Möglichkeiten im Bildungsportal an.
10.Wie sieht das Leben in Finnland aus? thisisFINLAND stillt Ihren Wissensdurst. Weitere Informationen finden Sie aber auch unter www.suomi.fi sowie www.infopankki.fi (in 15 Sprachen).

 

Links

Arbeiten in Finnland Leitfaden des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft (auf Englisch)
Nach Finnland (auf Englisch)
Arbeitsrechtliche Bestimmungen in Finnland (auf Englisch)
Reiseziel Finnland (pdf) Leitfaden des Zentrums für Internationale Mobilität (CIMO) (auf Englisch)

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